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Postkarten, Wahlkampf, Kitschkrieg21. Jul 2026

Du bist gut genug. Die Strukturen sind es nicht.

Du bist gut genug. Die Strukturen sind es nicht.

Es steht gerade auf Plakaten, in Timelines, in Geschäften und in Köpfen – der Satz, den KITSCHKRIEG zusammen mit Blumengarten und Shirin David in die Welt gesungen haben: „Du bist gut genug." Wer Gut Genug nicht im Ohr hat, hat wahrscheinlich die letzten Wochen unter einem Stein gelebt. Der Song läuft überall, Menschen auf der ganzen Welt singen mit – oft ohne ein Wort Deutsch zu verstehen. Und trotzdem verstehen sie, worum es geht: Selbstzweifel ablegen. So sein, wie man ist. Reichen.

Ich liebe Blumengarten. Die Stimme, die Wärme, die Klarheit. Und ich liebe die Botschaft, weil sie genau das trifft, was ich in den letzten Monaten in hunderten Gesprächen im Wahlkreis gehört habe.

Der zweite Satz fehlt

„Du bist gut genug" – das ist die erste Hälfte. Die zweite Hälfte lautet: Die Strukturen sind es nicht.

Denn die Wahrheit ist: Viele Menschen machen sich selbst Vorwürfe für Dinge, die nicht in ihrer Verantwortung liegen. Die alleinerziehende Mutter, die sich fragt, warum sie es nicht schafft, Vollzeit zu arbeiten und gleichzeitig für ihre Kinder da zu sein. Der Pflegende, der am Limit ist, weil die Tagespflege vor Ort fehlt. Die junge Frau, die nicht in Führungspositionen kommt, weil die Strukturen so gebaut sind, dass Frauen dort schlichtweg unterrepräsentiert bleiben. Der Senior, der ohne Auto nicht mehr zum Arzt kommt, weil der ÖPNV zwischen den Ortsteilen nicht funktioniert.

Das ist kein individuelles Versagen. Das sind Strukturen, die nicht für die Lebensrealität von heute gemacht wurden.

Artikel 3 des Grundgesetzes ist eindeutig: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Heimat und Herkunft benachteiligt oder bevorzugt werden. Das ist kein Wunsch, das ist der Maßstab. Und an diesem Maßstab gemessen, sind unsere Strukturen noch lange nicht gut genug.

Was ich verändern will

Meine drei Themen sind genau dort angesiedelt – dort, wo die Strukturen nicht passen:

Gleichstellung und Familie. Familie ist vielfältig. Alleinerziehende, Pflegende, Alleinstehende, die LGBTIQ+-Community – jede Form hat ihr Recht auf Unterstützung. Politik darf nicht festlegen, wie Menschen leben, sondern muss den Rahmen schaffen, damit jeder frei wählen kann. Und solange Frauen in Gremien und Führung positionen unterrepräsentiert sind, fehlt die Hälfte aller Perspektiven. August Bebel sagte vor über 100 Jahren: Die Stellung der Frau in der Gesellschaft ist der Maßstab für die Zivilisation einer Epoche. Das gilt heute – und es gilt für alle, die an den Rand gedrängt werden.

Teilhabe im Alltag. Niemand darf ausgeschlossen werden, weil das Geld knapp ist oder die Mobilität fehlt. Ein Senior muss ohne Auto zum Arzt kommen können. Ein Kind darf nicht auf den Vereinssport verzichten müssen, weil die Fahrtkosten fehlen. Teilhabe ist kein Luxus, sie ist Grundrecht.

Kommunen finanziell stärken. NRW leitet nur 47 Prozent des Bundes-Sondervermögens an die Kommunen weiter. Andere Bundesländer schaffen 80. Die Kommunen brauchen direkte Mittel, keine endlosen Förderanträge. Wenn die Kommunen finanziell stark sind, funktioniert der Alltag. Ganz einfach.

Mut zur Mitte

Der Wandel, den wir erleben – in der Wirtschaft, in der Gesellschaft, in der Digitalisierung – macht vielen Menschen Angst. Das ist verständlich. Stillstand ist trotzdem keine Antwort. Wir müssen den Mut haben, alte Strukturen zu erneuern, statt immer nur zu flicken. Und wir müssen die starke Mitte ins Zentrum rücken: eine Mitte, die alle mitnimmt, niemanden zurücklässt und Demokratie als gelebte Praxis versteht – nicht nur als Wahl alle vier Jahre.

Vertrauen wächst nicht durch laute Versprechen, sondern durch funktionierende Strukturen. Daran will ich arbeiten.

Also: Du bist gut genug. Die Strukturen sind es nicht. Und genau deshalb kandidiere ich.


📌 Den Spruch gibt es bei mir als Postkarte und Sticker. Sprecht mich an – ich habe sie immer dabei. Wo ihr mich findet, steht im Terminkalender. Schreibt mir auch gern.