NavigationStartKandidatZieleAktuellesTermineSpendenKontakt
© 2026 Frauke Großer
arrow_back Zurück zu Aktuelles
Wirtschaft, Standortfaktor, Gütersloh01.07.2026

Mittelstandsdialog bei Bio-Circle: Güterslohs Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Mittelstandsdialog bei Bio-Circle: Güterslohs Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Auf Einladung der conceptGT – der 100-prozentigen Tochter der Stadt Gütersloh für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung – war ich gemeinsam mit Sebastian Pähler, Vorsitzender des SPD-Stadtverbands Gütersloh, bei einem Mittelstandstreffen bei der Bio-Circle Surface Technology GmbH zu Gast. Mit dabei: Vertreter aus Verwaltung, freien Trägern und regionalen Unternehmen. Ein Abend, der gezeigt hat: Güterslohs Wirtschaft ist robust, innovativ und zukunftsorientiert – aber sie braucht Unterstützung, um ihr volles Potenzial zu entfalten.

Wirtschaftskraft stabilisieren – trotz Herausforderungen

Die heimischen Betriebe erweisen sich bislang als erstaunlich resilient. Wie mir die Zahlen zeigen: Die Gewerbesteuer in Gütersloh stieg 2025 um 20 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr auf 89 Millionen Euro. Auch das laufende Jahr liegt fünf Prozent über Plan. Das ist ein positives Signal. Aber wir dürfen nicht vergessen: 2021 lag die Gewerbesteuer noch bei 129 Millionen Euro. 

Der mittelständische Sektor ist das Rückgrat unserer lokalen Wirtschaft. Unternehmen wie Bio-Circle zeigen eindrucksvoll, dass nachhaltiges Wirtschaften und Innovation kein Widerspruch sind. Sie investieren, schaffen Arbeitsplätze und machen "Made in Gütersloh" zum Qualitätsmerkmal. Dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen – auf Landesebene ebenso wie auf kommunaler Ebene.

Wohnungsbau als Wirtschaftsstandort-Faktor

Herr Pförtner berichtete über Fortschritte im Bahnhofsquartier: Dort entstehen 64 Wohnungen, teils gefördert, teils frei vermietet. Ein wichtiger Baustein für die Innenstadtentwicklung. Gleichzeitig bereitet die Stadt die Sanierung der Weberei vor und der dort geplanten Investitionen.

Auch die conceptGT baut geförderten Wohnraum aus: Hermann-Vogelsang-Straße (acht Sozialwohnungen) und Rolandstraße sind konkrete Projekte. Doch hier zeigt sich eine strukturelle Problematik: Mehr wäre möglich, wenn die Förderbedingungen auf Landesebene besser wären. Als Immobilienfachwirtin und Landtagskandidatin setze ich mich dafür ein, dass Wohnungsbauförderung schneller fließt und bürokratische Hürden abgebaut werden. Bezahlbarer Wohnraum ist keine Nebensache – er entscheidet darüber, ob Fachkräfte bleiben und Familien sich ansiedeln.

Digitalisierung und Smart City: Von Gütersloh lernen

Herr Schmidthuis, Leiter Digitalisierung und Geo-Information der Stadt, präsentierte Urban Stack – das von Gütersloh entwickelte digitale Ökosystem für Kommunen. Nachbarstädte wie Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Verl sind bereits beigetreten. Anwendungen reichen von Hochwassermonitoring über Glatteiserkennung bis zur Passantenfrequenzmessung. Neu ist eine kommunale KI-Plattform mit Hosting bewusst in Deutschland. Im Rathaus selbst laufen Chatbot, Avatar für Fragen in 30 Sprachen und Voicebot für 24/7-Erreichbarkeit.

Das ist mehr als Technik – das ist Antwort auf den Personalmangel in der Verwaltung. Hier kann das Land Nordrhein-Westfalen Vorbilder aus Gütersloh transferieren und unterstützen.

Innovation durch Vernetzung: Die IMA als Motor

Jörg Rodehutskors, Geschäftsführer der IMA Innovationsmanufaktur Gütersloh, zeigte auf, welche Unterstützungsangebote für Unternehmen bestehen. In Kooperation mit der Hochschule Bielefeld (HSBI) können mittelständische Firmen Transformations- und Innovationsthemen adressieren. Genau solche Netzwerke zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wollen wir stärken.

Meine Forderung an den Landtag

Aus diesem Austausch nehme ich klare Impulse mit nach Düsseldorf. Die SPD-NRW hat in ihrem Wahlprogramm für 2027 drei Schwerpunkte gesetzt, die direkt hier ansetzen:

Erstens: Standortsicherung konsequent umsetzen. Dazu gehören beschleunigte Planungsverfahren, transparente Ansprechstrukturen und ausreichende Gewerbeflächen. Gütersloh beweist, was möglich ist – das sollte Modell sein.

Zweitens: Industriestrompreis und Entlastung für Unternehmen. Steigende Energiekosten treffen besonders den produzierenden Mittelstand. Ein regulierter industrieller Strompreis ist notwendig, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Drittens: Finanzierung von kommunalen Investitionen gewährleisten. Der Schuldenstand in Gütersloh klettert rasant – Ende 2025 bei 188 Millionen Euro, Tendenz steigend. Wir brauchen Schuldenumwandlungsinstrumente, damit Städte investieren können, ohne ihre Handlungsfähigkeit zu verlieren.

Fazit

Güterslohs Wirtschaft ist stark – aber sie braucht Unterstützung vom Land. Vom Wohnungsbau über Energiemaßnahmen bis zur Digitalisierung: Es gibt viele Ansatzpunkte, wo Politik die Weichen richtig stellen kann. Als Landtagskandidatin werde ich diese Themen vertreten. Und ich bleibe im Dialog – mit Unternehmen, Vereinen und allen Bürgerinnen und Bürgern, die unsere Stadt mitgestalten wollen.